Wie steigende Kraftstoffpreise auf Ihre Vermietung wirken
Seit der Eskalation des Iran-Konflikts und der Sperrung der Straße von Hormus sind die Dieselpreise an deutschen Tankstellen deutlich gestiegen. Zeitweise lagen sie bei über 2,50 € pro Liter, und auch abseits solcher Spitzen hat sich das Preisniveau spürbar nach oben verschoben.
Für Sie als Vermieter sind steigende Dieselpreise zunächst kein unmittelbares Thema, da Ihre Kunden selbst tanken. Die Auswirkungen erreichen Ihr Geschäft dennoch über Umwege, die sich im Alltag bemerkbar machen.
Wie Ihre Kunden rechnen
Ein ausgebauter Kastenwagen mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht verbraucht im Reisebetrieb realistisch rund 10 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Bei einer typischen zweiwöchigen Tour mit etwa 1.500 Kilometern Gesamtstrecke sind das 150 Liter.
Bei einem Literpreis von 1,80 € ergeben sich daraus rund 270 € Spritkosten. Bei 2,00 € sind es schon 300 €. Und bei Preisen, wie sie in den vergangenen Monaten an vielen Tankstellen zu sehen waren – 2,30 € oder 2,50 € –, landen Ihre Kunden bei 345 bis 375 € für einen einzigen Urlaub.
Diese Beträge sind für sich genommen überschaubar. Im Gesamtbudget einer Reise fallen sie dennoch ins Gewicht, weil sie zur Miete, zu Stellplatzgebühren und zu allen weiteren Ausgaben hinzukommen. Diese Gesamtsumme entscheidet am Ende, ob und wie gebucht wird.
Drei Wege, wie Dieselpreise wirken
Über die Nachfrage
Wenn die Gesamtkosten eines Campingurlaubs steigen, bleibt das selten ohne Auswirkung. Ihre Kunden passen womöglich ihr Verhalten an: Sie buchen etwas kürzer, fahren weniger weit oder verschieben ihre Reise vollständig. Ein scheinbar kleiner Kostenfaktor wirkt sich am Ende direkt auf Ihre Auslastung aus.
Über die Preissensibilität
Wer konkret über eine Buchung nachdenkt, schaut genauer auf die Gesamtkosten. Neben der Miete rückt stärker in den Fokus, was die Reise insgesamt unterm Strich kostet. Angebote mit geringeren Energiekosten unterwegs können hier den Ausschlag geben.
Über das Reiseprofil
Steigende Spritpreise verändern auch, wie Kunden ihre Reisen planen. Die Reisedauer nimmt tendenziell ab, Ziele liegen näher, und es wird weniger gefahren. Damit verschiebt sich auch, welche Camper gefragt sind und wie viel Reichweite im Alltag tatsächlich gebraucht wird.
Die Gegenrechnung
Ein Elektro-Camper auf Basis eines vergleichbaren Kastenwagens verbraucht im Reisebetrieb etwa 25 bis 30 kWh auf 100 Kilometer. Bei denselben 1.500 Kilometern sind das 375 bis 450 kWh.
Bei einem gängigen Ladetarif mit moderater monatlicher Grundgebühr liegt der Preis an öffentlichen Schnellladestationen zwischen 0,39 und 0,46 € pro kWh. Die Energiekosten für dieselbe zweiwöchige Tour liegen damit bei rund 150 bis 200 €.
Im Vergleich zum Diesel-Camper ergibt sich damit eine Differenz von etwa 100 bis 200 € pro Urlaub – je nach aktuellem Dieselpreis. Ein Unterschied, der mit steigenden Kraftstoffpreisen zunehmend ins Gewicht fällt.
Jenseits der Rechnung
Entscheidend ist, was hinter diesen Preisbewegungen steckt.
Fossile Kraftstoffe stammen zu großen Teilen aus Regionen der Welt, deren politische Lage sich jederzeit verändern kann. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie schnell sich solche Entwicklungen auf die Preise auswirken – oft ausgelöst durch Ereignisse, die niemand auf dem Schirm hatte. Damit werden die Energiekosten Ihrer Kunden zu einem Faktor, der sich Ihrer direkten Einflussnahme entzieht und dennoch auf Ihr Geschäft wirkt. In solchen Situationen zeigen sich die Auswirkungen oft direkt – an der Zapfsäule ebenso wie im Reisebudget Ihrer Kunden.
Strom kann in Europa selbst erzeugt werden. Die Ladepreise sind bislang von den geopolitischen Entwicklungen, die den Dieselpreis nach oben getrieben haben, weitgehend unberührt geblieben. Für Ihre Kunden heißt das: Ihre Reisekosten bleiben auch dann berechenbar, wenn sich die Rahmenbedingungen kurzfristig verändern. Für Sie ergibt sich daraus ein Angebot, das auch in solchen Phasen verlässlich bleibt.
Ein Elektro-Camper in der Flotte gibt Ihnen damit eine zusätzliche Option: Sie können Ihren Kunden ein Reiseangebot machen, dessen Energiekosten sich weitgehend von externen Preissprüngen entkoppeln.
Was das für Ihr Angebot bedeutet
Damit verschiebt sich der Blick auf Ihr Angebot: Neben Preis und Ausstattung rückt stärker in den Fokus, wie gut sich eine Reise insgesamt kalkulieren lässt. Gerade in solchen Phasen wird aus einem Elektro-Camper mehr als nur ein anderes Antriebskonzept: Er wird zu einer echten Alternative für Ihre Kunden – gerade dann, wenn steigende Kraftstoffkosten ihre Reisepläne infrage stellen.
